Wie ich die Hit-Methode

(High Intensity Training) kennen lernte

Immer auf der Suche nach wissenschaftlicher Literatur fiel mir 1989 das Buch von Werner Kieser "Leistungsfähiger durch Krafttraining" in die Hände. Der Inhalt dieses Buches stellte so ziemlich alles auf den Kopf, was ich bis dahin gelernt hatte.

Kurze Zeit später, und angeregt durch eine Artikelserie in der Zeitschrift "Ironman" fing ich an, mich auf die nächste Bodybuilding-Wettkampfsaison vorzubereiten. Der Artikel hieß "The science of the rep" (Die Wissenschaft der Wiederholung). Der Name des Autors dieser Artikelserie war Bernard A. Centrella.

Diese Zeitschrift kam nur alle zwei Monate heraus. Da mich der Schreibstil so motiviert hat, fieberte ich immer der nächsten Ausgabe entgegen. Fasziniert hat mich auch die Logik hinter diesem Trainingssystem. Ich hatte ja schon einige Jahre Trainingserfahrung, konnte aber trotz regelmäßigen Trainings keine Fortschritte mehr erzielen. Und nun kam jemand daher und sagte: "Halbiere Deinen Trainingsumfang und trainiere intensiver!"

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Mit nur drei mal Training pro Woche von je 45 Min. und maximal 3 Sätzen pro Muskelgruppe(!) stieg z. B. mein Oberarmumfang von 46cm auf 50,5cm bei einem Körpergewicht von 102 Kilogramm.

Bild links: Jürgen im Alter von 17 Jahren einige Wochen vor der Deutschen Jugendmeisterschaft 1985.

Damals war ein Trainingspensum von 1,5 bis 2 Std. täglich an sechs Tagen in der Woche üblich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild unten: Jürgen bei der Fränkischen Meisterschaft 1991(Herren).

Fachliteratur in deutscher Sprache gab es damals sehr wenig. So besorgte ich mir Literatur aus Amerika. Mike Mentzer war zwar ein bekannter Bodybuilder, seine Trainingsmethode blieb aber unter den damaligen Athleten die Ausnahme. Im Laufe der Zeit lernte ich weitere Autoren und das "HIT" Trainingssystem näher kennen und verstehen. Begriffe wie Intensität, Übertraining, Übungsausführung wurden dort neu definiert und zum ersten Mal präzise erklärt.

In der Zwischenzeit ist viel passiert. Die Trainingswissenschaft konnte die Erfahrungen und Erkenntnisse der HIT - Autoren nur bestätigen.

Erwähnenswert ist vor allem ein Name - Arthur Jones. Er gilt als Begründer des Hochintensiven Trainings. Die anderen bekannten Autoren (W. Kieser, E. Darden und M. Mentzer) profitierten nach eigener Aussage sehr von diesem genialen Forscher, Erfinder von Trainingsgeräten und Unternehmer.

 

Unter Links finden Sie die Internetseiten der genannten Autoren.

 

Mike Mentzer wandte sich mit seinem "Heavy Duty" System vor allem an Bodybuilder. Trotzdem sind seine Gedanken zur Trainingsgestaltung für alle Sportler, die an Muskelaufbau interessiert sind, lesenswert. Er war derjenige, der die Trainingsphilosophie von Jones auf seine besondere Weise weiterentwickelt und konsequent umgesetzt hat.

Dr. Ellington Darden schrieb ebenfalls Bodybuildingbücher, von denen einige ins Deutsche übersetzt wurden. Er schrieb aber auch Bücher für eine breite Leserschaft - für Fitness- und Figurbewusste und für Sportler allgemein. Mittlerweile ist die Zahl seiner Bücher auf über vierzig angestiegen. Die Klassiker - und wie ich finde sehr lesenswert - sind die Titel "The Athletes Guide To Sports Medicine" (nur in englischer Sprache) und "The Nautilus Book".

Werner Kieser ist wohl derjenige, der diese besondere Trainingsmethode im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht hat. Auch er schrieb eine Reihe an Büchern, und trug nicht nur dazu bei, Krafttraining einer breiten Leserschaft bekannt zu machen, sondern Krafttraining im präventiven und medizinischen Bereich zu etablieren.