Die "HIT - Methode"

Werner Kieser schrieb schon 1978: "Der Autor hat seine 20 Jahre Praxis im Sektor Kraft- und Fitnesstraining genutzt, Theorien und Systeme über die Klinge der Realität springen zu lassen - wenige haben überlebt"

Zehn Jahre später schrieb er weiter: "Die Fitness-Welle ging und geht über uns hinweg und hinterlässt nicht selten ihren Schlamm: Verwirrung in den Köpfen und Zerrungen an den Sehnen. Die Geschwätzigkeit der Fitnesszeitschriften führt anschaulich den Zustand vor, in dem sich die Szene befindet. Jeder redet über alles und weiß im Grunde über nichts Bescheid. Im Taumel der inszenierten Aufregung über angeblich neue Erkenntnisse werden gesicherte wissenschaftliche Befunde vergessen."


"HIT" steht hier für High Intensity Training. Ich möchte Sie, liebe Leserin, lieber Leser über diese Trainingsmethode informieren, da ich in meiner täglichen Arbeit als Trainer feststellen muss, dass dieses Trainingssystem noch immer - trotz der vielen Erfahrungen und Publikationen - vielen Trainierenden unbekannt ist.

Diese Trainingsmethode verdient einfach ein genaueres Hinsehen, da mit keiner anderen Trainingsform gleichzeitig fünf körperliche Verbesserungen zu erzielen sind:

  • mehr Kraft/Muskelmasse
  • bessere Ausdauer/Herz-Kreislauf Fitness
  • bessere Beweglichkeit
  • besseres Muskel/Fett Verhältnis
  • besserer Schutz gegen Verletzungen

 


Sportvorbereitung

Zur Verbesserung allgemeiner Kraftfähigkeiten, zum Erwerb spezieller Kraftfähigkeiten

Fitnesstraining

zur Erhöhung des Wohlbefindens, zur günstigen Veränderung der äußeren Erscheinung (Figur, Haltung, Gang)

Bodybuilding

zur Erlangung eines athletischen Körperbaus

Therapie

zur Beschleunigung

von Heilungsvorgängen, zur Behandlung von Rücken- und Nackensyndromen sowie Osteoporose



Ich lernte die Hit-Methode im Rahmen des Bodybuilding kennen. In der Zeitschrift "Ironman" laß ich eine Artikelserie mit dem Titel "The science of the rep". Ich setzte die Empfehlungen in die Praxis um, d.h. ich trainierte intensiver und halbierte meinen Trainingsumfang und kam damit in "Bestform". Das geschah alles Ende der 1980er Jahre. Ich konnte ebenfalls in über 30 Jahren viele Theorien testen, und kann nur sagen, dass Werner Kieser mit seinen Aussagen zu 100% Recht behalten sollte, weshalb ich seine Bücher wärmstens empfehlen kann, z.B.

  • Ein starker Körper kennt keinen Schmerz
  • Die Seele der Muskeln

Das Buch, mit dem ich 1988 in Berührung kam, war sein "Grundlagenwerk" - Leistungsfähiger durch Krafttraining -  in dem auch noch die "guten klassischen" Hantelübungen beschrieben wurden. Werner Kieser war es auch, der immer wieder den Begründer des "HIT" - Arthur Jones - erwähnte. Dieser Mann beeinflusste nicht nur Werner Kieser, sondern noch viele Athleten, Trainer und Mediziner.

Die bekanntesten unter ihnen sind vielleicht der Sportwissenschaftler Dr. Ellington Darden und der ehemalige Profibodybuilder und später Personaltrainer Mike Mentzer. Diese beiden Autoren haben sicher ebenfalls zur Verbreitung des "HIT" beigetragen. Unter Links finden Sie die Internetadressen bekannter "HIT" - Autoren.

Bild links: Jürgen im Alter von 17 Jahren einige Wochen vor der Deutschen Jugenmeisterschaft 1985.

Bild rechts: Letztes Wettkampfjahr 1991.


Da sich die "HIT" - Methode erheblich von der "offiziellen" Trainingslehre unterscheidet, möchte ich auf einige Kernaussagen hinweisen:

  • Da das Training sehr intensiv ist, kann es auch nicht lange durchgehalten werden. Die Trainingsdauer ist also kurz.
  • Die Anpassung des Körpers an das Training erfolgt erst nach dem Training, d.h. der Aufbau der Muskeln geschieht in der Ruhephase. Während für Anfänger im Krafttraining ein bis zwei Tage Pause ausreichen, da sie die Muskeln noch nicht so stark belasten können, brauchen Fortgeschrittene, je nach Leistungsstand deutlich längere Pausen; teilweise vier bis sieben Tage.
  • Alle Übungen werden relativ langsam und auf jeden Fall ohne Schwung ausgeführt. Dadurch ist der Effekt der Übungen größer und gleichzeitig werden die Gelenke entlastet.

Das "HIT" heute...

Da die Theorie hinter dieser Trainingsmethode eine wissenschaftliche Basis hat, bleiben natürlich die grundlegenden Prinzipien des "HIT" immer bestehen. Eine Weiterentwicklung gibt es allerdings schon. Diese betrifft vor allem die praktische Anwendung, die heute aufgrund neuer Studien und der Erfahrungen der Trainer präziser geworden ist.

Ursache und Wirkung eines hochintensiven Trainings werden immer besser verstanden. So war z.B. zu Beginn der 1970er Jahre die Empfehlung von Arthur Jones noch relativ grob, was den Trainingsumfang und die Trainingshäufigkeit angeht (= maximal 3x pro Woche ca. 20 Sätze pro Trainingseinheit in einer <Stunde).

Dass es weitaus weniger Aufwand bedarf, um außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen, haben der Sportwissenschaftler Dr. McGuff und der Krafttrainingsexperte John Little in ihrem hervorragenden Buch "12 Minuten pro Woche" (Originaltitel "Body by Science") gut verständlich erläutert.